Nadja Benaissa verrät: "Habe in der Schwangerschaft die Diagnose bekommen, dass ich HIV-positiv bin"
Vor fast zwanzig Jahren wurde Nadja Benaissas (44) HIV-Diagnose öffentlich bekannt. Dabei teilte die No-Angels-Sängerin ihre Infektion aber damals nicht selbst, sondern im Rahmen eines Gerichtsverfahrens gegen sie kam das Ganze an die Öffentlichkeit, was eine regelrechte mediale Hetzjagd nach sich zog. Derzeit ist die 44-Jährige bei "Promi Big Brother" zu sehen und kämpft dort um die Gewinnsumme von 100.000 Euro. In der Reality-Show kam die Mutter einer Tochter im Gespräch mit Georgina "Gia" Stumpf (37) auf das Thema zu sprechen und verriet, dass sie die Diagnose mit 16 Jahren erhielt, als sie schwanger war:
Weil ich in der Schwangerschaft auch die Diagnose bekommen habe, dass ich HIV-positiv bin und damals war das so, da hatte man das Gott sei Dank schon festgestellt, dass Kinder negativ sind, die haben ja ihren eigenen Blutkreislauf. Und die stecken sich halt, wenn sie sich überhaupt anstecken, immer bei der Geburt an, weil es ja eine sehr blutige Angelegenheit ist und durch die Muttermilch, deshalb durfte ich auch nicht stillen.
No-Angels-Star setzt sich für Aufklärung über HIV ein
Daher habe sie ihre Tochter damals per Kaiserschnitt zur Welt gebracht: "Dann haben die einen Kaiserschnitt gemacht, einen ganz großen Schritt, von der einen Seite zur anderen Seite (…) und dann holen die das Kind mit der Fruchtblase raus." Heutzutage sei die Medizin aber so weit, dass es Therapien gibt: "Seit 2010 weiß man ungefähr, wenn du medikamentös eingestellt bist und die Therapie anschlägt, dann geht deine Viruslast unter die Nachweisgrenze und dann bist du nicht mehr infektiös." Aus diesem Grund könnten Frauen heutzutage auch auf natürliche Weise gebären.
Die Aufklärung über HIV liegt Nadja Benaissa am Herzen, im Einzelinterview erklärte sie: "Viele Menschen wissen das natürlich nicht, dass es so viele Fortschritte gibt, dass man Medikamente bekommen kann und mit diesen Medikamenten die Viruslast unter die Nachweisgrenze sinkt und dass man dadurch nicht mehr infektiös ist. Das sind ja alles riesengroße Neuigkeiten." Auch sie müsse natürlich weiterhin täglich Medikamente nehmen, wie sie auf Gias Nachfrage bestätigte: "Natürlich, damit die Viruslast unten bleibt. Das geht ja nicht weg. Eine Tablette am Tag", so die 44-Jährige.
Georgina, die selbst eine Tochter mit Rapper Sido (45) hat, zeigte sich bewegt von Nadjas ehrlichen Worten: "Du machst dir als Mutter sowieso immer Sorgen, auch um dein ungeborenes Kind. Und dann so eine Diagnose zu bekommen, das ist so übel. Die ist echt ganz schön stark gewesen." Und das sehen auch die Zuschauer so, die sich vom Mut der 44-Jährigen, ihre Infektion in einer Show wie "Promi Big Brother" öffentlich zu thematisierten, begeistert zeigten: "Toll, dass sie darüber spricht" oder "Aufklärung ist so wichtig! Danke Nadja!", hieß es im Netz beispielsweise.
Rückblick in ARD-Doku über No Angels: "Wünschte, dass ich die Zeit zurückdrehen könnte"
Aber nicht nur bei "Promi Big Brother" spricht Nadja Benaissa offen über die Diagnose, sondern auch in der ARD-Doku "No Angels - Das sind WIR!" Darin gesteht die Musikerin offen:
Ich wünschte, dass ich die Zeit zurückdrehen könnte und dass ich das nicht getan hätte. Es gibt keine Erklärung oder Entschuldigung dafür, und ich bereue das sehr.
Was sie damit meint? 2009 wurde die 44-Jährige von einem Mann angezeigt, der ihr vorwarf, mit ihm ungeschützten Sex gehabt und ihm nichts von der HIV-Diagnose gesagt zu haben. Durch den Prozess kam ihre Diagnose an die Öffentlichkeit: "Dieser Spießrutenlauf hat halt da begonnen und dann nie wieder aufgehört", so Nadja in der Doku. Am Ende gestand die "Promi Big Brother"-Kandidatin, ihren damaligen Sexualpartner wissentlich angesteckt zu haben und wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt.
"Band war kaputt": Prozess hatte auch für die No Angels Konsequenzen
Heute wäre es wohl kaum noch vorstellbar, dass derart private Details durch ein Verfahren an die Öffentlichkeit gelangen. Gerichtsreporterin Sabine Rückert, die in der Band-Doku zu Wort kommt, erklärt, dass das Vorgehen der Staatsanwaltschaft "rechtswidrig" gewesen sei und: "Man hat sie öffentlich bloßgestellt, nicht nur durch dieses Abholen durch die Polizei, sondern am nächsten Tag hat man auch noch eine Pressekonferenz gegeben und gesagt: 'Achtung, Achtung, Frau Nadja Benaissa ist HIV-positiv.' (…) Eigentlich müssten die Staatsanwaltschaften die Gesetze kennen und dürfen auch nicht aus dem Intimleben von Angeklagten und schon gar nicht aus den Krankenakten von Angeklagten öffentlich berichten."

Rückblickend sagt Nadja Benaissa selbst: "Ich habe mich einfach verantwortungslos verhalten und bereue das sehr." Der Prozess hatte aber nicht nur für sie selbst, sondern auch für ihre Bandkolleginnen der No Angels Konsequenzen: "Wir waren machtlos und die Band war kaputt (…)", schildert Lucy Diakovska (50). "Wir wurden ja alle fallen gelassen", fügt Sandy Mölling (45) hinzu, die Nadja jedoch auch schwere Vorwürfe machte: "Ich hab ihr auch gesagt: 'Das hast du verdient, dass du ne Anzeige bekommen hast dafür."
Mittlerweile haben die No Angels alle Tiefpunkte überwunden und touren anlässlich ihres 25-jährigen Bandjubiläums gemeinsam durch Deutschland - doch erst einmal muss Nadja bei "Promi Big Brother" weiterhin zeigen, was in ihr steckt, um die Zuschauer von sich zu überzeugen. Das Finale der Reality-Show läuft am 19. Oktober ab 20:15 Uhr in Sat.1 und auf Joyn.
Verwendete Quellen: Sat.1/Joyn, ARD-Doku "No Angels - Das sind WIR!", brisant.de




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