
"SOKO München"-Star: Horror-Unfall im Trennungsurlaub
Sie haben sich Ihren Urlaub sicher anders vorgestellt …
Joscha Kiefer: Ich war auf der Suche nach irgendetwas, was mich ein Stück weit näher zu mir selbst gebracht hätte! Der Grund dieser Reise war die Trennung von meiner Ehefrau und die Verarbeitung der letzten 14 Monate.
Statt etwas Zeit für Selbstreflexion nutzen zu können, verunglückten Sie schwer. Wie kam’s zu diesem Sturz?
Joscha Kiefer: Wir waren im Himalaja auf einer Schotterpiste unterwegs. Es war staubig, steinig … Eigentlich hatten wir einen schönen Tag. Doch da lag auf einmal dieser Stein, den hatte ich übersehen. Da bin ich mit dem Vorderreifen drauf und wurde über das Motorrad abgeworfen. 40 Meter weiter bin ich zum Liegen gekommen und hab mir die Schulter ausgekugelt, Sehnen gerissen, das Becken zweimal gebrochen. Mein Kumpel Johannes, der hinter mir gefahren ist, dachte, ich sei tot!
"Mein Kumpel Johannes dachte, ich sei tot"
Wie lange dauerte es, ehe Sie versorgt wurden?
Joscha Kiefer: Wir waren drei Stunden, rund 30 Kilometer, vom nächsten Krankenhaus in Manali entfernt. Ein Militärtruck brachte mich hin. Bei der Fahrt über die Schotterpiste habe ich nicht nur jeden Stein gespürt, sondern erfahren, wie schnell aus einem Traum blanker Horror wird!
Inwiefern fühlten Sie sich ausgeliefert?
Joscha Kiefer: Da ich mich in Indien nicht operieren lassen wollte, haben die Ärzte, außer mir Schmerzmitteln zu verabreichen, gar nichts gemacht. Erst in der Uniklinik Freiburg wurde die Schulter endlich eingerenkt!
Welche Lektion haben Sie bei dem Unfall gelernt?
Joscha Kiefer: Dass sich das Leben innerhalb von einer Sekunde ändern kann. Daher sollte man einfach viel wacher durchs Leben gehen und viel mehr das Leben an sich genießen und jede Sekunde mitnehmen, die man hat …
Welche Erlebnisse waren besonders eindrücklich?
Joscha Kiefer: Wir haben in einem Kloster mit Mönchen meditiert, die uns zum Frühstücksgebet eingeladen hatten. Das war wirklich ein beeindruckender Tag. Bei ihnen zu sein und zu erleben, mit welcher Gelassenheit und Selbstverständlichkeit sie durchs Leben gehen … Man sollte viel öfter mit dem zufrieden sein, was man hat. Materielle Dinge sind so unwichtig
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